Eröffnung des 4. IGB-Weltkongresses in Kopenhagen

Ein farbenprächtiges Tanz- und Musikspektakel, inklusive Pyrotechnik, hat für eine beschwingte Eröffnung des “Internationalen Parlaments der Arbeit” gesorgt.

Mehr als 1.200 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus 132 Ländern waren zur Eröffnungsveranstaltung im Bella Center in der dänischen Hauptstadt gekommen und wurden mit künstlerischen Darbietungen aus den verschieden Regionen der Welt unterhalten, um die Vielfalt der internationalen Gewerkschaftsbewegung zu feiern.

Zu den Rednern gehörten der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen, der Bürgermeister von Kopenhagen, Frank Jensen, und der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation, Guy Ryder.

Lizette Risgaard, die Präsidentin des dänischen Gewerkschaftsbundes LO, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und gab den Ton für die anstehende Woche vor, indem sie daran erinnerte, dass “wir sind, was wir sind und auch immer bleiben werden: die internationale Gewerkschaftsbewegung. Wir sind die größte Friedensbewegung der Welt, gestützt auf internationale Solidarität und Zusammenarbeit. Ich bin mir sicher, dass von diesem Kongress deutliche politische Botschaften ausgehen werden. Botschaften, die Antworten auf viele unserer globalen Herausforderungen liefern werden.”

Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hat den IGB-Weltkongress herausgefordert, weiter zu gehen, als nur die Regeln neu festzulegen: “Warum nicht die Welt verändern? Was wäre, wenn es uns gelänge, eine Welt zu schaffen, in der Gewerkschaften und Arbeitgeber eng zusammenarbeiten, um für die beste Balance zwischen Rechten und Pflichten zu sorgen? Was wäre, wenn wir eine Gesellschaft schaffen, in der die Menschen eine faire Chance haben, ungeachtet ihrer ethnischen oder sonstigen Herkunft? Was wäre, wenn wir eine Zukunft gestalten könnten, in der Bildung und Gesundheitsversorgung kostenlos sind und alle Menschen bei Arbeitsplatzverlust, Krankheit oder Behinderung Anspruch auf wirtschaftliche und soziale Unterstützung haben?“

Der Kopenhagener Bürgermeister Jensen ging in seinem Grußwort auf die grüne Umgestaltung seiner Stadt ein, die er als beispielhaft dafür bezeichnete, was mit Ehrgeiz und Entschlossenheit erreicht werden kann. “Die grüne Transformation ist ein globales Thema, aber sie zu erreichen, erfordert lokale Maßnahmen und lokale Federführung. Dasselbe gilt für den Kampf für die Arbeitnehmerrechte und eine faire Gesellschaft”, erklärte er.

IGB-Präsident João Antonio Felicio stellte fest: “Der IGB hat mehr Mitglieder gewonnen und ist stärker geworden. Wir müssen weiter wachsen und arbeitenden Menschen mehr Macht verschaffen, um den vor uns liegenden Herausforderungen zu begegnen und bei den politischen Machtkonflikten nicht nur Zuschauer zu sein. Wir werden weiterbestehen: Überall auf der Welt kämpfen die Menschen für ihre Rechte, und unsere Aufgabe ist es, für sie einzutreten”. Anschließend würdigte er die Vielfalt der Bewegung und betonte, wie wichtig der Zusammenhalt ist: “Daraus resultiert unsere Stärke. Die Stärke der internationalen Solidarität. Die Stärke der Einheit.”

IAO-Generaldirektor Guy Ryder sprach über die Herausforderungen für die soziale Gerechtigkeit und die Arbeitswelt und warnte vor dem Versäumnis der Wirtschaft, Arbeitsplätze zu schaffen und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Er unterstich, dass das Reallohnwachstum von 0,8% das niedrigste seit 2008 sei. „Das bedeutet, dass wir weltweit nach wie vor auf dem Weg zu größerer Ungleichheit und sozialer Ungerechtigkeit sind, mit allem, was damit zusammenhängt.”

Die Debatten des Weltkongresses sind um vier große Themen herum strukturiert, um die künftige Arbeit des IGB zu gestalten: Frieden, Demokratie und Rechte; Regulierung der Wirtschaftsmacht; Globale Verschiebungen – Gerechte Übergänge; und Gleichstellung.

Der IGB-Weltkongress endet am Freitag, 7. Dezember 2018.

Im Livestream unter https://congress2018.ituc-csi.org/ und auf Twitter #ITUC18 verfolgen.

Ansprechpartner/in für weitere Informationen sind Gemma Swart unter +32 479 06 41 63 gemma.swart@ituc-csi.org (Englisch) oder Theo Morrissey unter +32 499 14 56 95 theo.morrissey@ituc-csi.org (Englisch, Französisch, Spanisch).

Der IGB vertritt 207 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 331 Mitgliedsorganisationen und 163 Ländern und Hoheitsgebieten.

Der IGB im Internet: www.ituc-csi.org und www.youtube.com/ITUCCSI